Faszientherapie - Bewegen was verbindet

Lange Zeit war unser Bindegewebe ein sehr vernachlässigtes Organ. Der Füll- oder Trennstoff in unserem Körper, dessen  Aufgabe es war, Hohlräume auszukleiden und die wichtigen Schaltzentralen mitein-ander zu verbinden. Es gab Pioniere, wie Elisabeth Dicke, die die Bindegewebsmassage entwickelte, Ida Rolf, die Begründerin des Rolfings und Andrew Taylor Still, der Vater der Osteopathie, die ihre wichtige Funktion entdeckten, erkannten, erahnten. Aber innerhalb der anerkannten Allgemeinmedizin führten unsere Faszien ein Schattendasein.

Dank einiger neugieriger Menschen, darunter u.A. der Psychologe und Bodyworker Robert Schleip, heute Humanbiologe und Direktor der Fascia Research Group, Division of Neurophysiology an der Universität Ulm, hat sie dieses inzwischen längst verlassen und stellt die Medizin ein bisschen auf den Kopf.

Das Ausmaß ihrer (Neu-)Entdeckung ist vergleichbar mit der Erkenntnis, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist.

Faszinierendes Füllmaterial

Bild: Andreas Hermsdorf, pixelio.de
Bild: Andreas Hermsdorf, pixelio.de

Wenn wir bedenken, dass unsere Faszien unseren gesamten Körper durchziehen, so wie das weisse Gewebe im inneren einer Orange diese umhüllt, in Kammern teilt und jede einzelne Faser umfasst, dann wird vollkommen verständlich, dass eine Störung, z.B. ein Nackenschmerz durch ein offenes Fenster, nicht nur zu Stress dort führt, sondern über die Zugwirkung der Faszien ebenfalls Schultern, Kopf, Augen, Arme, Hände, bis hin zu unseren Organen beeinträchtigen kann. Das passiert nicht von jetzt auf gleich, denn unser Körper ist ein Meister im Kompensieren. Aber kompensiert ist eben nicht weg. Die Spannung hat sich nur anders im Körper verteilt, wie bei einem lang gezogenem Gummiband.

Das kann sehr lange gut gehen, und die kleinen, plötzlich gehäuft auftretenden Zipperlein sind gering genug, als dass man sie zunächst nicht nur nicht richtig wahrnimmt, sondern sie ausserdem nicht in Zusammenhang mit einem verfilzten Bindegewebe bringt, das seiner Aufgabe Stoffe, Impulse oder Bewegungen weiterzuleiten, nicht mehr richtig nachkommen kann.

Bis dann der berühmte Tropfen das Fass zum überlaufen bringt. Und man kommt nicht unbedingt auf die Idee, dass dies nur der Endpunkt einer Reihe von vielen kleinen Veränderungen/Kompensationen ist. Wir sehen ein lokales Problem und übersehen den globalen Zusammenhang.

Die bekannte Physiotherapeutin Diane Lee veranschaulicht dieses Prinzip recht eindrucksvoll mit dem Satz: "Es sind die Opfer die schreien, nicht die Täter!"

Bild: pixelio, Rainer Sturm
Bild: pixelio, Rainer Sturm

Und genau diese Komplexität macht die Faszientherapie so spannend, effektiv und oftmals unumgänglich um Beschwerden nachhaltig zu beseitigen.

Das Bindegewebe so in Fluss zu bringen, dass es seinen vielen Aufgaben wie Stabilität und Elastizität sowie Stoffwechsel und Transport diverser Substanzen nachkommen kann, ist sowohl Therapie als auch Vorsorge.

Kosten

Anamnese:      60€

Ein Fragebogen wird vorab zugeschickt, damit Sie diesen in Ruhe ausfüllen können. An vieles erinnert man sich spontan oft nicht, oder die Reihenfolge von Geschehnissen ist einem nicht mehr ganz präsent, deshalb hat diese Vorgehensweise sich bewährt. Das erspart Ihnen Zeit und damit Geld, und ich kann mir schon mal einen Überblick verschaffen. Die Details besprechen wir dann im persönlichen Gespräch, inklusive der körperlichen Untersuchung.

 

Die Behandlungskosten für Folgetermine liegen je nach Zeitaufwand zwischen 65€-95€.