"Der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles!" -- *Kompetenz in Krisenzeiten*

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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"Only bad News are good News" ein journalistischer Grundsatz, der auch in der jetzigen Situation Anwendung findet. Teilweise werden im Minutentakt in reißerischer Manier Neuigkeiten verkündet, die Worte dramatisch gesetzt.

Und da stellt sich die Frage: Wie groß ist der Informationsgehalt, den ich einer Meldung entnehmen konnte – und wie intensiv ist meine Reaktion darauf.

 

Habe ich vor Stress direkt die Schultern angespannt? 

Presse ich unwillkürlich die Zähne zusammen?

Wie fühlt sich mein Herz, meine Atmung an?

 

Die meisten stellen wahrscheinlich fest, dass sie die News nicht in komfortabler Entspannung schauen. Aber man muss ja auf dem neuesten Stand sein!

Muss man?

Wie oft am Tag muss ich mich dem neuesten Stand aussetzen, Ängste schüren und mein Immunsystem durch den erfahrenen Stress schwächen?

Wir haben viele Empfehlungen bekommen, damit wir körperlich gesund bleiben und für andere keine Gefahr darstellen.

Wie sieht es mit Empfehlungen für unser Gemüt aus?

Wieviel Toxizität liegt in der permanenten Zufuhr von Neuigkeiten?

Muss ich Zaungast sämtlicher Spekulationen, Befürchtungen, Hochrechnungen usw. sein?

Meine Fantasie durch Schlagzeilen befeuern,

die Kreativität im Finden weiterer, möglicher, schlimmerer Szenarien aktivieren? 

Ich denke nicht!

 

JA, dies ist eine Situation, bei der es um die eigene Existenz geht - körperlich wie wirtschaftlich. Und gerade Letzteres macht vielen, die bei guter Gesundheit Zuhause sitzen, deren Kosten weiter laufen ohne dass sie wissen, woher das GEld im nächsten Monat kommen wird, Angst.

Auch mir sind sämtliche Aufträge, Patienten und Veranstaltungen weg gebrochen.

Aber: Das kann ich nicht ändern!

Egal wie sehr ich mir den Kopf zerbreche, meinen Kontostand hin- und herberechne: Ich kann es nicht ändern!

 

Und da möchte ich Reinhold Niebuhr zitieren:

Gott, gib mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

 

Hinnehmen dürfen wir im Moment, dass wir vieles gerade nicht beeinflussen können. Nicht unser Gehalt von morgen, die Urlaubsplanung, nicht einmal die Selbstverständlichkeit, mit der wir unsere sozialen Kontakte pflegen.

 

Worauf wir jedoch Einfluss haben, ist unsere Haltung dazu.

Wie oft stellen wir Dinge hinten an, weil uns schlicht und ergreifend die Zeit fehlt?

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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The time is NOW!

 

Die ersten drei Tage, als das Wetter richtig warm und sonnig war, bin ich in den Garten gegangen.

Nach 20 Jahren wird es mir vielleicht endlich mal gelingen, ihn so zu pflegen, dass er nicht nur ein prima Insektenhotel ist, sondern ich zusätzlich im Herbst die Corona-Ernte einfahren kann.

Passenderweise läuft gerade der „Bio-Balkon-Kongress“.

Völlig kostenlos mit Tipps, die gerade ich, als nicht sehr kompetente Person auf diesem Gebiet, für mich nutzen kann. Selbst wenn sich lediglich meine Kräutersammlung vergrößert, wird das ein Nutzen sein, der mich für den Rest meines Lebens begleiten wird!

Auch die Geräuschkulisse ist irgendwie idyllisch. Die Vögel sind viel besser zu hören, und wenn mir nach einem anderen Unterhaltungsprogramm ist, erfreue ich mich daran, dass ich dabei ein Hörbuch hören kann.

Wie heißt es: "Wer liest lebt viele Leben, wer nicht liest nur sein eigenes!"

Im Moment lasse ich Markus Hoffmann "Das Gesicht der Worte" von Pascal Mercier lesen.

Hausarrest kann auch idyllisch sein!

Und wenn es mit der Ernte doch nichts wird, werde ich trotzdem die schöne Zeit an der frischen Luft gehabt und erfahren haben, wie Simon Leyland sich in ein neues Leben findet.

Bild von Engin_Akyurt auf Pixabay
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Am vierten Tag wurde das Wetter etwas kälter. Nachdem ich mehrere Gespräche über die beste Zusammensetzung von Vitalstoffen geführt habe, hatte ich den Wunsch, mich endlich mal hinzusetzen und etwas dazu zu schreiben. Die Ergebnisse hier und hier.

 

In meinem Computer warten vier Blogartikel darauf, dass ich sie endlich zuende bringe. Und ich kann mich ganz tiefenentspannt dem widmen, wozu ich gerade am meisten Lust habe.

Es liegen ja noch mehr als 30 Tage vor mir.

Bild von Bernadette Wurzinger auf Pixabay
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Mein Wissen über Ernährung ist eher akademischer Natur, als dass ich mich als gute Köchin bezeichnen würde. Ich esse gern gesund. Punkt. Dafür brauche ich keine 50 Rezepte, und auf meiner Prioritätenliste sind Experimente auf diesem Gebiet nicht ganz so weit oben angesiedelt.

 

Oft variiere ich 5-10 Gerichte in der Kombination der Zutaten, so dass ich über die Woche verteilt einen guten Input an Nährstoffen habe, aber kreativ geht anders. Auch das liebevolle Kleinschnibbeln, Dekorieren usw. geht mir völlig ab.

Bild von RitaE auf Pixabay
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<<<<--- Suppe bei anderen

 

 

               Suppe bei mir --->>>

             (ohne Brot, Gluten ist doof)

Bild von ivabalk auf Pixabay
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Im normalen Alltag soll meine Nahrung folgende Kriterien erfüllen:

Gesund, schnell zubereitet, regional, bezahlbar.

Reste kommen ins Fermentationsglas, so habe ich noch nach Wochen völlig unkompliziert nährstoffreiche Snacks zur Hand, über die sich mein Darm mächtig freut.

 

ABER JETZ!!!!

 

…. Hmpftz ...... ich gebe zu, ich löffel weiterhin Linsensuppen in unterschiedlichsten Variationen, Kartoffeln in Tomaten-Gemüsesauce und Sprossen mit Wildkräuterdressing – aber ich KÖNNTE, wenn ich wollte…..

 

Bild von Bibliotheek Bornem auf Pixabay
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Doch im Moment reizt mich viel mehr mein Hörbuch.

Und die Katzen zu streicheln.

In die Sonne zu blinzeln.

Mich ein bisschen zu räkeln und auf dem Boden pilateslike wie ein Ball zu rollen.

 

Vielleicht räume ich gleich auf – vielleicht auch nicht. Mit Spontanbesuchen ist gerade ja nicht zu rechnen, und ich genieße es, richtig zu faulenzen.

 

Irgendwann werde ich ganz von selbst das Bedürfnis haben, wieder für Ordnung zu sorgen – aber jetzt leiste ich mir den Luxus, nicht eher anzufangen, als bis sich dieses Bedürfnis meldet.

 

Bild von grafikacesky auf Pixabay
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Viele Eltern sind gerade in einer anderen Situation.

Neben den Sorgen kann die Brut ganz schön anstrengend sein. Die Großeltern fallen ebenfalls aus, selbst die Freunde, große wie kleine, können nicht zur Verfügung stehen. Ich traue es mich kaum zu schreiben, aber auch hier ist die Chance von „Quality-Time“ gegeben. Ich höre so oft, dass die gemeinsame Zeit mit den Kindern im Berufsleben viel Planung erfordert und manchmal kaum stattfindet.

Wer nicht gerade im Gesundheitswesen arbeitet, kann jetzt endlich die Spielesammlung aus dem Regal holen, das dicke Buch vorlesen, selber Knete herstellen, gemeinsam kochen – halt Familienleben zelebrieren.

Eine Freundin von mir beschrieb mir die Situation Zuhause so:

Sie: Natürlich unterrichte ich jetzt die Kinder!

Ich: Ernsthaft? Mit morgens um 7 aufstehen und „Rechenhefte raus!“ und so?

Sie: Nee, Beete anlegen, Wildpflanzen pflücken, Löwenzahnhonig einkochen….. sowas halt!

 

Ja, das ist nicht jedermanns Sache, aber jetzt ist genau die Zeit herauszufinden, was eine gemeinsame Sache sein könnte.

Wer weiß, vielleicht werden manche Kinder später sagen:„Die Corona-Zeit damals, die war richtig gut!“

Ach, apropos Kinder: Unsere Umwelt atmet gerade richtig auf. Die 13-jährige Tochter eines Freundes sagte, als er düster die nähere Zukunft beleuchtete: „Aber guck mal, es fahren viel weniger Autos, weniger Flugzeuge, die Luft ist viel sauberer…..!“

Bild von ejaugsburg auf Pixabay
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Es mag zynisch klingen, aber da wo Umweltprogramme versagt haben, schafft Corona ohne Blick auf die Wirtschaft Realitäten.

Das kann man derzeit ruhig als Positiv-Aspekt mitnehmen.

Damit will ich die Covid-19 nicht herunter spielen, ich werde einfach nur das Beste daraus machen.

Denn Pessimismus ist hier nicht nur keine Option, es stärkt auch nicht unsere Vitalfunktionen. Die wir brauchen werden, sowohl, wenn Covid-19 bei uns anklopft, als auch, wenn es gilt, mit den wirtschaftlichen Aufräumarbeiten zu beginnen.

Apropos Aufräumen: Nachdem ich Tag 5-7 inspiriert und glücklich (ja, auch das sind Gefühle, die man im Moment haben kann, darf und bestenfalls hat) mit Artikelschreiben, Bilder raussuchen (vielen Dank an die tollen Fotografen auf Pixabay) verbracht habe, wollte ich mich bewegen und bin dem starken Bedürfnis zu Putzen und Aufzuräumen nachgekommen.

Keine Sekunde zu früh, denn mit einem Mal klingelte es an meiner Tür.

Eine Nachbarin brauchte noch .... nein, kein Toilettenpapier ... zwei Äpfel für ihren Apfelkuchen.

Für Nachbarschaftshilfe, gegenseitige Unterstützung und Freundlichkeit ist immer die richtige Zeit! Und jetzt noch mehr denn je.  

Ich wünsche Ihnen alles Gute, seien Sie achtsam mit sich und bleiben Sie

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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                                                            gesund!

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